Unabhängigkeitscoaching

Marc, 30 Jahre alt, Geisteswissenschaftler, hat vor vier Jahren seinen respektablen Master in Germanistik, Nebenfach Geschichte, absolviert. Er arbeitet seither als Produktmanager in einem Verlag und erledigt seinen Job zur vollsten Zufriedenheit seines Vorgesetzten. Anfangs war Marc noch Feuer und Flamme für seinen Beruf, doch die immer selben Zyklen, die restriktive Linie des Hauses, sich mit der Digitalisierung und Home Office auseinanderzusetzen sowie die schlechten Aufstiegsmöglichkeiten veranlassen Marc, sich mit anderen Themen auseinanderzusetzen. Mehr wegen der Gemeinschaft als wegen sportlicher Ambitionen kickt er im Dorfclub dreimal in der Woche. Die restliche Zeit vertreibt er sich mit Netflix, Fußball schauen und Aktien traden. Mit seinem Leben ist er eigentlich ganz zufrieden. Gut, bis auf das angespannte Verhältnis zu seinem Vater. Diese ewige Bevormundung geht ihm schon auf den Keks. Er fühlt sich jedes Mal wie ein kleiner Junge, wenn er am elterlichen Esstisch Platz nimmt. Weil ihm das nicht gefällt und er endlich mehr als Zufriedenheit, nämlich Glück in seinem Leben spüren möchte, entscheidet er sich zu einem Coach zu gehen. Aufstellungen sollen bei Familienangelegenheiten wahre Wunder helfen, hat er neulich in der Zeitschrift „Psychologie heute“ gelesen.